10 Jahre
Offene Jugendarbeit
in Baierbrunn / Schäftlarn

10 Jahre
Jugendtreff im Postwaggon. Zeit, ein bisschen zurückzuschauen.
Am Anfang war es ein
Wunsch. Eine handvoll Jugendlicher in Baierbrunn und Schäftlarn hatte
sich zusammengetan, um sich für die Schaffung eines Jugendtreffs
einzusetzen. Da keine Räumlichkeiten zur Verfügung standen, hat sich
Baierbrunn für den in Postwaggon beworben, für den die eigentlich
vorgesehene Gemeinde Neuried doch keine Verwendung hatte. Die
Trägerschaft übernahm der Kreisjugendring München Land für die Gemeinden
Schäftlarn und Baierbrunn. In Schäftlarn sollte zusätzlich eine
Skateanlage für die Jugend entstehen.
Vom Postwaggon zum Jugendtreff
Die Aufstellung des
Waggons im war ein großes Ereignis. Auf einem Lastwagen gebracht, wurde
er von zwei Kränen auf die extra dafür verlegten Gleise am Sportplatz
gesetzt. Natürlich war der
Waggon so noch nicht für ein Jugendtreff geeignet. Die inzwischen
eingestellten zwei Sozialpädagoginnen kümmerten sich gemeinsam mit den
Jugendlichen um den Umbau des Postwaggons. Die Einrichtung der Post
wurde weitgehend entfernt und durch eine wohnliche Ausstattung ersetzt.
Die Jugendlichen beteiligten sich tatkräftig an den Arbeiten, so dass im
April 1998 die Eröffnung des Jugendtreffs unter dem Namen "Abseits"
erfolgen konnte. Der Name wurde 2001 auf "Jugendtreff Postwaggon"
geändert.
Der offene Treff
Nach dieser ersten
Phase des Umbaus begann nun ein geregelter Betrieb mit festen
Öffnungstagen und -zeiten, was für einige der HelferInnen eine nicht
ganz leichte Umstellung bedeutete. Nun beherrschten Spielen, Musik hören
und sich unterhalten den Jugendtreffalltag.
Schnell fanden neue
Jugendliche den Weg in den Waggon und füllten ihn mit Leben. Obwohl der
Treff für die Jugend aus Baierbrunn und Schäftlarn konzipiert war,
erstreckte sich das Einzugsgebiet von Wolfratshausen und Geretsried im
Süden und Pullach bis Solln im Norden. Die ersten Parties wurden von
über 100 Jugendlichen besucht, was leider nicht immer ohne
Schwierigkeiten blieb. 1999 wurde das inzwischen männlich & weiblich
besetzte Team für drei Monate von zwei Projektpraktikanten der
Fachakademie für Sozialwesen unterstützt.
Ausstattung
Die Angebote und die
Ausstattung des Jugendtreff wurden kontinuierlich ausgebaut. Zuerst
wurde ein Kicker angeschafft, gefolgt von einem kleinen Billardtisch. Im
Jahr 2000 bekam der Waggon eine Terrasse um gemütlich draußen zu sitzen
und 2001 einen Geräteschuppen, den die Jugendlichen fleißig mit
aufgebaut haben. Seit dem Jahr 2000 steht den BesucherInnen ein Computer
mit Internetzugang und Spielen zur Verfügung. In den Folgejahren wurde
die Computerausstattung noch mit weiteren Rechnern, einer Playstation
und 2006 mit einem Beamer erweitert. Die Küche bekam einen Elektroherd,
so dass inzwischen auch Kochprojekte stattfinden können.
Jugendleiter
Der KJR München Land
bietet engagierten Jugendlichen ab 16 Jahren die Möglichkeit an, bei
einem 1-wöchigen Kurs den Jugendleiterschein zu erwerben. Dies befähigt
die Jugendlichen, Gruppen zu leiten und selbst Verantwortung zu
übernehmen. Zwischen 1999 und 2000 hatten wir insgesamt 4
Jugendleiterinnen, die bei etlichen Selbstöffnungen Verantwortung im
Postwaggon übernahmen.
Videoprojekte
Neben dem Offenen
Treff an 3 Tagen in der Woche wurden auch Projekte für Kinder und
Jugendliche angeboten. Dank einer gespendeten Computeranlage mit
Videoschnitteinrichtung konnte 1999 mit den Jugendlichen ein Videofilm
gedreht werden, bei dessen Entstehung alle viel Spaß hatten und der noch
heute immer wieder gern gesehen wird. In den folgenden Jahren entstanden
in Kooperation mit dem Projekt "Mobil & Kultur" von KJR München Land
noch weitere Videofilme.
Kinderferienprogramm
In diesem Jahr gab
es auch das erste Kinder-Ferienprogramm in den Sommerferien mit Spielen,
Basteln und Kickerturnier. In den Sommerferien der Jahre 2000 bis 2002
wurde gemeinsam mit dem Kollegen von "Mobil
& Kultur" auf der Wiese neben dem Postwaggon der "Kinderzirkus
Spielospaß" angeboten, 2004 spielten die Kinder das Märchen "Der Teufel
mit den 3 goldenen Haaren" als Theaterstück, 2005 bauten sie die Burg
"Georgenstein" und präsentierten sich in einer Kurzaufführung als Ritter
und Burgfräulein. 2006 gab es ein Indianerzelt, selbst gebastelte
Indianerkostüme und indianisches Essen.
Ab 2005 wurden die
Ferienangebote für Kinder erweitert, in den Pfingstferien gab es
Ausflüge und Radltouren. Im Jahr 2007 durften die Kinder während der
Osterferien zum ersten Mal an einem Aktivspielplatz teilnehmen. Hier
standen das Spielen in der Gruppe und im Freien im Vordergrund. Ostern
war unser Motto "Zu Gast bei Asterix und Obelix" und beim 2.
Aktivspielplatz in den Sommerferien "Piraten" mit einer
Piratenschatzsuche auf der Insel Herrenchiemsee. Erstmals fand das
Kinderferienprogramm 2007 in Schäftlarn statt.
Die Ferienprogramme
wurden immer von 30 bis 50 Kindern besucht. Seit 2007 wird das
Kinderferienprogramm auch aktiv von Jugendlichen Ehrenamtlichen
mitgestaltet. Im Jahr 2008 werden wir 4 Jugendliche mit
Jugendleiterschein dabei haben.
Kinderprogramm
Das Kinderprogramm
für Grundschulkinder wurde von 2000 bis 2006 regelmäßig gemeinsam mit
der Einrichtung "Mobil und Kultur" angeboten. Die Themen erstreckten
sich von Artistik, Bewegungsspiele, Basteln bis hin zu Videoprojekten
und Computerkursen. Nicht alle von uns angebotenen Programme konnten
stattfinden, einige mussten mangels Teilnahme ausfallen.
Mädchenarbeit
Mit den weiblichen
Besucherinnen des Treffs wurde von Anfang an eine kontinuierliche
Mädchenarbeit mit etlichen Highlights aufgebaut.
1998 bis 2001 gab es
einmal im Monat ein Mädchenfrühstück, Die Mädchen nahmen an den
Workshops Girls Fun And Music und einem D-Jane Kurs teil, das Highlight
war im Juni 1999 der Besuch der "Mädiale", einem Kulturfestival für
Mädchen und junge Frauen.
Nachdem diese aktive
Generation der Mädchen dem Postwaggon entwachsen war, gab es leider
nicht mehr genug Nachwuchs für kontinuierliche Mädchenprogramme. Erst
seit 2006 etablieren sich wieder mehr Mädchen. In den Pfingstferien 2008
wird ein neues Highlight der Mädchenarbeit stattfinden, eine 2-wöchige
Sprachreise nach Malta für Mädchen.
Danksagung
Wir danken nach
diesen 10 Jahren den ehemaligen Sozialpädagoginnen Angelika Breidenbach,
Annette Oefelein, Andrea Niedermaier und den aktuellen
Jürgen Weigert im
März 2008
